Prana Flow-Yogalehrer Richard Söldner im Interview

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Wie wenige Menschen lächeln noch! Im Yoga hat man dann lauter lächelnde Menschen. Das Lächeln fehlt den Menschen.

Heute im Interview: Prana Flow-Yogalehrer Richard Söldner. Richard unterrichtet Prana Flow und Yin Yoga im MahaShakti, im Lucky Yoga, dem Yoga am Engel oder Amienas Werkstatt in München.

Einige der Klassen, Retreats und viele Workshops unterrichtet er gemeinsam mit Dieter Winter. Die gemeinsamen Workshops kombinieren Yoga und Meditationstechniken und schaffen eine ganz besondere Atmosphäre.

Interview mit Prana Flow-Yogalehrer Richard Söldner

Richard spricht heute über seinen persönlichen Yoga-Weg, Theater in München, was die Sphinx alles kann und warum das Kismet einen Besuch wert ist.

My Yoga Guide: Beschreibe deinen Yoga-Unterricht in 3 Worten oder einem Bild:

Richard Söldner: Mein Unterricht ist tiefgründig, entspannend und allumfassend, weil er Körper, Geist und Seele zusammenbringt.

My Yoga Guide: Welchen Yoga-Stil unterrichtest du und warum?

Richard Söldner: Prana Flow, weil es das Yoga ist, das alles verbindet: den Flow, die Elemente und die Kreativität. Prana Flow ist ein Stil, in dem sich jeder finden kann, der sich drauf einlässt.

Bei mir war es der Stil wo ich zum ersten mal gemerkt habe, dass da was passiert. Außerdem hatte ich hinterher keine Probleme oder Verletzungen. Es gibt keine Asanas, die mich in irgendeiner Weise abschrecken. Es ist mein Flow.

Außerdem unterrichte ich Yin Yoga. Das habe ich erst total verkannt aber dann habe ich die Tiefenwirkung im Yin entdeckt, die andere Yogastile nicht haben. Du lässt los und schmilzt in die Übungen. Es geht um’s Loslassen und wenn du das kannst und kannst du genießen. Yin Yoga ist das Yoga des Genusses.

Ich unterrichte kein klassisches Yin. Es hat sich aus meiner eigenen Praxis entwickelt. Für mich ist es wichtig selbst viel in Stunden zu gehen und auch Schüler zu sein. So sehe und spüre ich was funktioniert und was nicht und kann dann ein guter Lehrer sein. Wenn ich etwas besonders toll finde übernehme ich es in meinen eigenen Unterricht.

Das Mantra „Danke“ habe ich von einer ganz tollen Lehrerin übernommen. Zum Schluss ‚Danke‘ zu sagen, als wunderschönes, kraftvolles Mantra, das mache ich zur Zeit auch oft. Andere hören es, es gefällt ihnen und so findet es von Lehrer zu Lehrer. Irgendwann sagt jeder Danke und dann ist das eine schöne, runde Geschichte. Es ist immer ein Weitergeben. Das was du als Schüler toll findest gibst du als Lehrer weiter.

My Yoga Guide: Seid wann beschäftigst du dich mit Yoga? Gab es einen bestimmten Auslöser oder Inspirationsquellen?

Richard Söldner: Wir (Richard und sein Freund Dieter Winter) haben oft versucht ins Yoga einzusteigen, es aber nie durchgezogen. Wir waren eine Zeit lang im Bikram, dann ein bisschen im Fitness Studio und dann war’s wieder vorbei.

2010 hatten wir einen anstrengenden Umzug nach München und sind danach in den Urlaub. Als wir an unserem Sundowner-Strand auf Ibiza lagen, kam ein durchtrainiertes, hübsches Paar und sie haben Sonnengrüße auf dem Felsen gemacht. Wir lagen da und haben sie bewundert. Da habe ich zum Dieter gesagt, wenn wir wieder in München sind gehen wir auch noch mal ins Yoga.

Ich habe tatsächlich Yoga angefangen um abzunehmen. Mir ging es überhaupt nicht um’s Spirituelle sondern nur um’s Körperliche.

Wir sind also wieder ins Yoga, es war nur anstrengend und Dieter wollte schon wieder aufhören. Aber wir sind dran geblieben und irgendwann gab’s den Tag der Tage, wo wir durch Zufall in der Stunde von Sanne Eichinger gelandet sind. Es war eine Prana Flow Stunde – keine Ahnung mehr was für ein Element – und hinterher waren wir beide total happy.

Von da an sind wir regelmäßig hin und irgendwann hat Sanne uns das Retreat von Christine May empfohlen. Es war Prana Flow deluxe, ein Retreat mit mit allen Ritualen. Danach haben wir beide beschlossen es geht nicht mehr ohne Christine und nicht mehr ohne Prana Flow . Wir waren dann zwei Jahre wöchentlich bei Christine in der ersten Reihe. Irgendwann haben wir dann auch Yin Yoga entdeckt, bei der Tanja.

Nach 3 Jahren habe ich Christine gefragt: Glaubst du ich bin soweit? Und sie sofort : Ja klar! Da habe ich die 200h Vinyasa Flow Ausbildung im Airyoga gemacht.

My Yoga Guide: Wie ging es nach der Grundausbildung im Airyoga weiter?

Richard Söldner: Das war ja eine klassische Vinyasa-Yoga-Ausbildung, mi Viel Anatomie, mit Michael Hamilton und Alignement, es ging um Ashtanga und es gab strenge Anweisungen, wie man was machen sollte. Dann hatten wir noch ein bisschen Anussara und da hieß es dann „mach das Becken so und so und so…“ Irgendwann habe ich da auch nur noch gedacht: „Hmm ok…! “ Es war halt eine Kombi-Ausbildung. Christine war auch dabei, aber sie konnte ihr Prana Flow dort nicht voll ausleben.

Ich habe dann die Yin Yoga Ausbildung bei Josh Summers gemacht und in Amienas Werkstatt die Faszien-Ausbildung. Amiena hat mich grundlegend verändert. Da gab’s plötzlich keine Alignements mehr. Jeder Körper wurde so angenommen wie er ist ohne ihn irgendwo reinzupressen wo er grad eh nicht hin kann.

Wenn du mit einer geschlossenen Hüfte immer reinpresst, bekommst du irgendwann das Gefühl du seist nicht genug, du denkst du schaffst es nicht du kannst es nicht. So kann man mit Alignement den ganzen Effekt von Yoga zerstören. Denn der ist ja auch schon da, wenn jemand nur halb in der Pose ist.

Seitdem gibt es für mich Alignment eigentlich nicht mehr. Wenn ich jemanden sehe, der sich gleich verletzte, dann geh ich hin und sag ihm „pass mal auf!“ aber sonst bin ich frei von Alignement. Das möchte ich vermitteln. Mach dein Yoga.

Am Ende habe ich dann noch die Prana Flow Ausbildung bei Christine gemacht und dort mein Yoga gefunden.

My Yoga Guide: Hast du Zukunftspläne Auf Yoga bezogen?

Ich möchte eine Meditations-Lehrer-Ausbildung zu machen und mich mehr mit Klangschalen beschäftigen. Das Thema Klang wird einen Fokus kriegen. Von daher wird es sich wieder in neue Richtungen weiterentwickeln.

My Yoga Guide: Was bedeutet Yoga für dich im Alltag?

Richard Söldner: Gelassener zu sein und über den Dingen zu stehen. Manches mit einem gewissen Abstand sehen zu können und sich darüber zu amüsieren.

Und im Hier und jetzt zu sein. Ich sehe bei meinen Kollegen oft Angst vor Veränderung und dem was kommt. Das ist doch verschwendete Lebensenergie… Durch Yoga ist man viel Präsenter.

My Yoga Guide: Was sind die wichtigsten Dinge, die du an deine Yogaschüler weitergeben willst?

Richard Söldner: Dass sie ihren Körper wieder wahrnehmen. Vielleicht schaffen sie es auch ihren Körper in einer positiven Weise beweglicher werden zu lassen und gesünder werden. Und dass sie achtsamer mit sich umgehen und anfangen nachzudenken. Was esse ich? Was trinke ich? Wie gehe ich mit meinem Leben und mit meinem Körper um?

Außerdem mehr die Natur und die Elemente ins Leben einzubinden. Dadurch, dass wir die Elemente in den Fokus setzen und lernen dieses Feinstoffliche zu spüren, lernen wir „Miteinander umzugehen“ und das auch ein Lächeln so schön sein kann.

Wie wenige Menschen lächeln noch! Im Yoga hat man dann lauter lächelnde Menschen. Das Lächeln fehlt den Menschen.

My Yoga Guide: Was nimmst du selbst mit aus deinen Yogaklassen?

Richard Söldner: Das es das schönste Hobby ist, die Menschen glücklich zu machen.

Letztes Mal waren zwei Anfänger in meiner Stunde und haben am Ende applaudiert. Da habe ich ihnen gesagt, dass sie im Yoga nicht applaudieren brauchen. Eine meinte: „Aber du hast so viele schöne Sachen gesagt, wie können wir uns dann bei dir bedanken?“ Ich habe dann gesagt: „Wie ihr in Savasana gelegen seid und euer Blick nach der Stunde ist für mich der Applaus und zeigt mir wie glücklich ihr seid.“ Da sind sie dahingeschmolzen (lacht). Aber es ist auch wirklich so.

Du kriegst viel positive Energie und es ist so wertvoll sowas zu machen. Das ist ein Luxus, wenn man die Leidenschaft hat Yoga zu unterrichten und weiterzugeben. Ein Geschenk.

Dabei ist es egal ob es 40 oder nur drei Schüler sind. Du musst bei drei Schülern genauso viel Qualität geben wie bei 40 und der Unterricht kann genauso schön und intensiv sein, wenn du es selbst zulässt. Dann wirst du genauso glücklich, weil du die drei glücklich gemacht hast.

My Yoga Guide: Hast du einen Literarischen Yoga Tipp?

Richard Söldner: Das Buch von Shiva Rae Das Feuer des Herzens hüten: Mit Yoga den Pulsschlag des Lebens spüren (Anm. d. Red: Affiliate Link* Hier kommst du direkt zum Buch im Amazon-Shop), ist cool. Das ist ein Sammelsorium vom allem was Prana Flow ausmacht und es gibt einen Jahreskalender mit den einzelnen Ritualen. Da kannst du nachlesen, was bei den Sonnenwende ist oder Wintersonnwende ist und es stehen alle die besonderen energetischen Tage und die Mondzyklen drin. Außerdem sind alle Mudras, Mantras und Pranayamas aufgeführt und es ist so schön bebildert.

Das ist ein wirklich supertolles Buch. Es ist sehr amerikanisch aber es ist Prana Flow par excellence, von A-Z und ein richtig schönes Nachschlagewerk.

(Anm. d. Red: Mehr literarische Tipps findest du im Beitrag 7 Buch-Tipps von Münchner Yogalehrern.)

My Yoga Guide: Was ist deine Lieblings-Asana und wobei hilft sie dir?

Richard Söldner: Ich liebe die Sphinx, weil sie extrem erdend aber gleichzeitig herzöffnend ist. Du kannst die Sphinx ganz entspannt und sanft aber auch sehr stark und kraftvoll üben, in dem du den Körper anspannst. Du kannst die gehobene Sphinx machen und das Feuer herausziehen. Und du kannst Loslassen und das Herz schmelzen lassen. Oder du kannst in die ‚Fernseh-Gucker-Sphinx‘ gehen und in die totale Entspannung.

Eine Übung – 10 verschiedene Möglichkeiten! Ich mache Ardha Bhujanghasana auch gerne weil es eine Yoga Übung ist, die sehr gut für das Immunsystem ist. Die Nebenniere wird angeregt, wodurch natürliches Cortison ausgestoßen wird. Das wirkt anti-rheumatisch.

Die Haltung hat eine sehr gesunde Wirkung, es ist eine unheimlich schöne Öffnung und gleichzeitig ist der ganze Körper ist mit der Erde verbunden.

My Yoga Guide: Abschließend würde ich noch gerne wissen wo du in München Kraft sammelst und was deine liebsten Spots sind?

Kismet & 25 Hours Hotel

Richard Söldner: Was wirklich sehr cool ist, ist das Kismet in der Löwengrube. Das ist so ein cooler Ort! Ich habe es durch Zufall über die 25 Hours Hotels entdeckt, die jetzt bald in München aufmachen, was mit Sicherheit auch ein Hotspot wird. Die 25 Hours sind wirklich cool. Sie machen so künstlerische Hotels, wie das Bikini in Berlin. Wir waren dort in Wien beim Essen und sie haben mir das Kismet empfohlen.

Im Kismet hat man nicht mehr das Gefühl in München zu sein. Es gibt marrokanische, libanesische, kleine Mezze-Gerichte, also Hummus und tolle Salate. Du kriegst einen Salatberg und tolles Fladenbrot dazu und kannst dich dann durch alle möglichen Cremes durchessen.

Und der Raum ist toll. Ganz lang und nur mit Kerzen beleuchtet, grün mit Kacheln und ganz klar. Ein bisschen als ob man in New York wär. Außerdem ist der Service super und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist gut. Ein ganz tolles Restaurant für jeden, der es vegetarisch und was Besonderes mag.

Hinterbrühler See

Ein besonders schöner Kraftort ist der Hinterbrühler See. Der ist richtig schön! Auf dem See gibt’s eine Insel da wohnen die ganzen exotischen Tauben und Gänse und es gibt diese chinesischen oder japanischen Enten, die ganz bunt sind. Da sitzen manchmal 15 Stück auf nem Baumstamm. Die haben auch Schildkröten, die da im See leben. Das ist wirklich ein Idyll. Unser Hund hat es geliebt!

Yoga, Interview, Prana Flow, Richard SöldnerYoga, Interview, Prana Flow, Richard Söldner

Theater in München

Wir gehen auch viel und gern in’s Theater. In die Kammerspiele, das Residenztheater und das Volkstheater. Alle drei Theater haben ihre eigenen Qualitäten.

Die Kammerspiele waren das erste Theater wo ich vor 30 Jahren hingegangen bin und da habe ich immer noch einen engen Bezug zu. Was der Lilienthal macht finde ich interessant, weil es manchmal grandios ist und dann wieder grottig. Du weißt nie was dich erwartet. Kein Theater in ganz Deutschland, polarisiert aktuell so stark und schafft es trotzdem immer wieder grandiose Abende rauszubringen. Sie holen Regisseure, die in kein anderes Stadttheater geholt werden. Die Kammerspiele sind für mich ein Ort, da muss man gewesen sein.

Wenn man eher das Konventionelle will kann man ins Residenztheater gehen. Da kriegt man schönes Sprechtheater mit tollen Schauspielern, aber die Kammerspiele sind schon eine Exotik für sich.

Und der Stückl macht halt so nettes, junges Theater. Von allen dreien sind die Kammerspielen nach wie vor mein Theater.

My Yoga Guide:  Stimmt du spielst ja auch! In welchem Theater war das noch mal? Kannst du das auch empfehlen?

Richard Söldner: Das Rationaltheater. Ja. Also wenn wir spielen ja 😉

My Yoga Guide: Lieber Richard, vielen Dank für das tolle Gespräch und die Herzlichkeit, die du immer Ausstrahlst!

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