Jivamukti Yogalehrerin Samira Ben Hamouda im Interview

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Samira Ben Hamouda ist Jivamukti Lehrerin, schreibt für My Yoga Guide eine Asana-Kolume über SavasanaTrikonasana und Co. und ist die Gründerin der Yoganomaden. Sie hält Yoga-Klassen in Galerien und auf Wiesen in München und veranstaltet Yoga-Retreats in den Bergen.

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Interview mit Jivamukti Yoga-Lehrerin Samira Ben Hamouda

Ich habe mich mit Samira zum Gespräch getroffen und wunderbare Literatur Empfehlungen bekommen. Außerdem habe ich Einblicke in die lustige und spirituell-verrückte Yogawelt bekommen und was eine Umarmung von Amma bedeutet oder auch nicht.

My Yoga Guide: Beschreibe deinen Yoga Unterricht in 3 Worten oder einem Bild.

Samira Ben Hamouda: Mein Unterricht ist humorvoll, präzise und authentisch.

My Yoga Guide: Seit wann beschäftigst du dich mit Yoga und warum?

Samira Ben Hamouda: Der Auslöser war ein eher negatives Erlebnis in meinem Leben. Wie man sieht hat am Ende alles Schlechte sein Gutes, weil ich damit zum Yoga gefunden habe.

Das war 2010. Da war mein Leben durch eine Trennung ziemlich auf den Kopf gestellt aber es war gleichzeitig auch ein guter Start in ein sehr befreites Leben und Fühlen im Yoga.

My Yoga Guide: Bist du ins Yoga um zur Ruhe zu kommen oder zur Selbstfindung oder weshalb?

Samira Ben Hamouda: Genau, ich wollte Ruhe finden. Ruhe im Herzen und Ruhe in Gedanken. Außerdem wollte ich mich selbst wieder mehr spüren, ein positives Körpergefühl bekommen und von Trauer und Schmerz loslassen. Da hat mir Yoga den schönsten Weg eröffnet.

My Yoga Guide: Was bedeutet Yoga im Alltag für dich?

Samira Ben Hamouda: Das ich mir immer wieder bewusst mache, dass ich nicht meine Gedanken bin und auch nicht jedem Gedanken folge der kommt.

Außerdem schau ich mehr nach oben als nach unten, also mehr in die Bäume und in die Natur, als auf den Boden.

Und ich versuche aktiv Verbundenheit zu spüren, auch mit Anderen. Das ist mein aktives Yoga im Alltag, so gestalte ich meinen Tag.

My Yoga Guide: Was sind die wichtigsten Dinge, die du deinen Yogaschülern mitgeben möchtest?

Samira Ben Hamouda: Präzision muss ich noch mal sagen. Das ist mein Ziel. Außerdem, den Kampf aus den Haltungen nehmen und mit Allem langsamer zu werden:. Mit Bewegungen und dadurch mit dem Geist. Alles in mehr Bewusstheit umzuwandeln und es als was Schönes anzusehen einen gesunden Körper zu haben, den man so bewegen darf. Einen sanften und gleichzeitig kraftvollen Umgang mit dem Körper. Das wünsch ich mir.

My Yoga Guide: Und was nimmst du aus deinen Yogaklassen mit?

Samira Ben Hamouda: Ich nehme mit, dass es mich selbst berührt, weicher und mitfühlender werden lässt, und auch ein unglaubliches Gefühl von Freude danach. Ich kriege oft Gänsehaut, wenn Alle im Savasna liegen. Das ist für mich ein Gefühl von Glückseligkeit, wenn ich den Raum in diesem Moment spüre. Das passiert nicht in jeder Stunde, aber oft.

Die Verantwortung für Andere und für eine gesunde Praxiszu haben hilft mir auch selbst gesünder zu Üben. Ebenfalls hilft es mehr Verständnis für das Körpergefühl von Anderen zu entwickeln. Das ist ein Wechselspiel. Unterrichten bringt mich auch in meine Kraft und zu meinen Stärken. Und das ist auch schön.

My Yoga Guide: Hast du einen persönlichen literarischen Tipp?

Samira Ben Hamouda: Letztes Jahr kamen die John Strelecky Bücher raus. Ich war auch vor kurzem in seiner Lesung im Literatuhaus.

Er hat Das Café am Rande der Welt (Affiliate Link*) geschrieben. Und später Wiedersehen im Café am Rande der Welt.(Affiliate Link*)

Es geht es darum, dass ein ausgebrannter Mensch in einem Café landet. Das ist kein normales Café. In der Menu-Karte steht:  „Kennst du deinen Zweck der Existenz?“ und dann kommen verschiedenen Leute ins Spiel. Der Kellner ist sozusagen der Therapeut und die Leute gehen dann aus dem Café Besuch raus und haben ein komplett neues Weltbild.

Sie Lernen, dass es nicht nur darum geht zu Arbeiten, Geld zu verdienen und dass es wichtig ist, dass jeder Mensch das macht wozu er berufen ist. Er muss also seinen Zweck der Existenz finden.

Ich glaube, das ist das was viele Menschen deprimiert. Ich bin gestern zu einer für mich ungewöhnlichen Zeit mit der U-Bahn gefahren um viertel nach Acht. Die Leute zu sehen die dann mit der U-Bahn fahren, das hat mich so traurig gemacht.

Das ist das was passiert, wenn man sich eben nicht darum kümmert, seinen Zweck der Existenz zu finden. Das ist das was mir Yoga gegeben hat: aus diesem Ding auszusteigen. Ich war da auch mal in einer anderen Welt und habe ein anderes Leben geführt und ich will da nie wieder hin. Da macht man und macht und macht und irgendwann ist man 40, 50 oder 60 und man hat garnicht das gemacht, was man will und wollte. John Strelecky schreibt genau darüber. Ich kann das Buch nur empfehlen und auch die weiterführenden Bücher.

Zum Beispiel die Big 5 for Life (Affiliate Link*). Da geht es darum seine fünf Dinge, die man im Leben erreichen will zu erkennen. Das hat mich sehr berührt. Und ich habe für mich erkannt, dass mein Zweck der Existenz Yoga ist und das ich damit so viel machen kann, für mich und für Andere. Dieser eine Tag an dem ich ins Yoga bin hat mein Leben in den letzten sieben Jahren ganz schön verändert.

Als ich das Buch gelesen habe ich gemerkt, dass ich auf dem Weg bin zu wissen, was mein Zweck ist und warum ich da bin.

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My Yoga Guide: Gibt es etwas wonach ich nicht gefragt habe, was du unbedingt loswerden möchtest?

Samira Ben Hamouda: Was ich schon immer sagen wollte ist: Nehmt euch nicht zu erst in dieser Szene! Nee, was ich schon immer sagen wollte, das sag ich besser nicht! (lacht) Die Yoga-Szene ist auch ein bisschen crazy, sehr speziell halt. Da ist Jeder auf der Suche.

Ich war gerade bei Amma, die Inderin die immer alle umarmt. Ich war damals in Indien in ihrem Ashram, aber sie war nicht da weil sie immer auf Reisen ist und Alle umarmt. Das ist eine riesen-Veranstaltung mit tausenden von Leuten. Die macht Welttourneen: Morgens Meditation, Abends Singen und Vorträge und im Sekundentakt umarmt sie die Leute.

Ich finde das schön und ich wollte immer eine Umarmung oder diesen Kontakt mit ihr haben, weil sie mein geheimer Guru ist und ich schön finde was sie vermittelt. Sie ist nicht für irgendeine Religion, sie will das jeder seiner eigene Religion folgt und die auch lebt im Sinne der Liebe, also Nächstenliebe und Hoffnung. Ich wollte Amma seit Jahren sehen, jetzt habe ich sie gesehen und es war ernüchternd.

Ich bin ich dort hin und das war echt verrückt. Die Leute dort sind auf der Suche nach dem Sinn und es ist fast schon traurig die Hilflosigkeit zu sehen und wie sich jeder Mensch an Etwas halten will.

Das sehe ich in der Yogawelt auch. Da ist auch Jeder auf der Suche, trotzdem sind Viele nicht greifbar. Da ist man zusammen in einem Yogaraum und es ist trotzdem keine Herzlichkeit da oder wenig. Das finde ich schade. Deshalb mach ich eigentlich die Yoganomaden.

Ich spüre die Hilflosigkeit auch, wenn es mir nicht gut geht. Das Einzige, was Einen dann vorm Durchdrehen hindert ist die Liebe zu sich und zu Anderen, Dankbarkeit und diese zu leben.

My Yoga Guide: Was ist deine Lieblings-Asana und wobei hilft sie dir?

Samira Ben Hamouda: Meine Lieblings-Asana, die mir auch bei fast allen alltäglichen Dingen hilft ist Supda Baddha Konasana gestützt und mit Hilfsmitteln: Gurt, Bolster und am besten auch ein Augensäckchen. Die bringt mich runter und heilt auf allen Ebenen. Supda Baddha Konasana  erfrischt und entspannt gleichzeitig. Man kann sich genau das rausziehen was man gerade braucht.

My Yoga Guide: Liebe Samira vielen Dank für das tolle Gespräch! Ich freue mich auf viele weitere Yoganomaden-Stunden in München

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